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Wie lebe ich vegan? Ein Selbstversuch zum Veganuary 2022

Vegan leben

Vegan leben ist für viele Menschen immer noch unvorstellbar. Und doch nimmt die Zahl der Teilzeit-Veganer zu. Wie ist es, vegan zu leben? Der Veganuary war meine Gelegenheit, es einfach mal auszuprobieren. Hier kommen 7 Tipps für ein entspanntes veganes Leben.

Einen Monat keinen Alter Schwede. Keinen Grillkäse. Keinen Friesischer Hirtenkäse Der Cremige. Noch nicht mal tagesfrische Küstenbauernbutter. Ich verstehe jeden, der mich für verrückt erklärt hat, als er über meine Teilnahme am Veganuary gelesen hat. Viele haben mich gefragt: Einen Monat vegan leben. Warum macht man das als Teilhaberin einer Familienmolkerei?

Dabei habe ich selbst gar nicht lange darüber nachgedacht, ob ich mitmache in und an diesem veganen Januar, der weltweit in über 200 Ländern Millionen Menschen zu Veganern auf Zeit macht.

Ich hatte nämlich schon darüber nachgedacht. 2021, als ich mich intensiv mit unserer neuen Marke RÜCKER Vega  Lecker befasst habe. Das hat meine Neugier geweckt. Ich wollte einfach wissen, wie es ist, vegan zu leben.

Als wir im September 2021 im Team entschieden, mit RÜCKER Vega Lecker 2022 am Veganuary teilzunehmen, war für mich klar: Ich persönlich begleite unsere Botschafter-Aktion und mache selbst mit.

Warum macht man beim Veganuary mit?

Unsere Vision von veganer Ernährung ist nicht das Gegeneinander der Ernährungsformen, sondern das Miteinander. Unter dem Motto #sharethelove und #spreadthetaste haben wir Veganer motiviert, mal mit ihren nicht-vegan lebenden Freunden oder Verwandten gemeinsam zu kochen und sie auf genussvolle Weise an ihren Lebensstil und die pflanzliche Küche heranzuführen. Gemeinsam statt gegeneinander, das ist ja seit jeher unser Credo, wenn es um verschiedene Ernährungstypen geht. Ohne arrogant auf die „Fleischesser“ zu schauen und ohne die Veganer als „Weltverbesserer“ und „Andersesser“ abzustempeln. Nur gemeinsam geht es. Mit Lebensmitteln, die allen schmecken.

Warum ein veganer Selbsttest?

Und genau diese Vision, die ich unablässig vertrete, wollte ich gern selbst ausprobieren. Funktioniert die Gemeinsamkeit? Der schöne Nebeneffekt, etwas fürs Klima zu tun und dem Körper eine Pause nach der Weihnachtsvöllerei zu bieten, kamen als „Goodies“ obendrauf. 

Im Dezember habe ich angefangen, mich intensiv darauf vorzubereiten. Als wir die Rezepte für unser veganes Weihnachtsmenü entwickelt haben. Denn nur vegan reichte mir nicht, möglichst regional und saisonal sollte es auch sein. Ich sehe es kritisch, wenn wir Quinoa aus Peru essen und die Peruaner Pommes, damit ihr wertvolles Grundnahrungsmittel zu gesättigten Europäern exportiert werden kann. Da bin ich sehr sensibel. Ebenso Mandeln: Kalifornien brennt, aber Hauptsache wir können Mandelmus essen… Wenn man erst anfängt, sich damit zu beschäftigen, wird es sehr komplex. Bevor ich Stunden darüber rede, hier nun also meine 7 Tipps für euch.

vegane Ernährung

7 Tipps für deinen Veganuary

1. Wie koche ich für Veganer und Flexitarier gemeinsam?

Am besten kochst du Gemüsegerichte, die allen schmecken und regional bzw. saisonal sind. Im Januar bedeutet das: Kohl und alte Gemüsesorten. Kohl ist ein klassisches heimisches Wintergemüse in zig Sorten.  Er ist gesund, sättigt und kann wunderbar um Fleisch, Käse oder eben veganes Pfannengut erweitert werden.

Welche Kohlsorten schmecken gut vegan?

Ganz klar: Alle! Und um es zu beweisen, gebe ich euch als Beispiel unseren guten alten Grünkohl. Im Norden ein Inbegriff für deftiges, fleischreiches Essen. Veganer Grünkohl gehört mittlerweile zu unseren Lieblingsessen, denn meine Familie hat gar nicht gemerkt, dass er vegan ist: Du brätst ganz viele Zwiebeln in gutem Sonnenblumenöl an und ersetzt Schweineschmalz gegen veganes Zwiebelschmelz. Den legendären „Pinkel“ (Grützwurst) ersetzt du durch ordentlich Kümmel und Hafergrütze. Perfekt! Wenn die Familie deftige Kohlwürste dazu isst und ich selbst ein Vega Lecker Pfannen- und Grillgut, dann fällt das gar nicht weiter auf. 

Mit diesem Trick kann man ganz einfach verschiedene Kohlsorten zubereiten und dann entsprechend der Vorliebe Fleisch, vegetarische oder vegane Proteinbeilagen dazu reichen. Schinkenspeck lasse ich mittlerweile konsequent weg und ersetze Geschmack durch anrösten und kräftige Gewürze wie eben Kümmel.

Ganz ohne Überseeprodukte habe ich es nicht hinbekommen: Sahne habe ich lecker durch Kokosmilch ersetzt. Das vegane Zwiebelschmelz ist auf Palmölbasis, immerhin aus zertifizierten Plantagen.

2. Welche Gerichte sind natürlicherweise vegan?

Erstaunlich ist auch, wie viele Gerichte natürlicherweise vegan sind. Denn bis quasi in die 1980er war der Sonntagsbraten etwas Besonderes, es gab längst nicht jeden Tag Fleisch. Auch Butter und Sahne waren etwas Besonderes, keine Artikel aus dem Angebotsblättchen, die immer am billigsten gekauft werden. Deshalb findet man gerade bei alten Gerichten viele vegane Leckereien, die keinem als vegan einfallen würden.

– Eingelegtes Gemüse wie Rote Beete, Kürbis oder Gurken
Sauerkraut oder Kimchi!   
 Kartoffelsalat – klassisch mit Essig-Öl und Schnittlauch, nicht mit Schinkenspeck
Eine Italienische Minestrone oder Gemüsesuppen allgemein
Linsen- und Bohneneintöpfe

veganer und vegetarischer Kartoffelsalat

Viele dieser Gerichte wurden auch früher schon gern um Käse oder Schinken erweitert, um tierisches Eiweiß zu haben: Es ging aber nie um Fleischberge wie es heute leider oft der Fall ist. 

Und so kann man schon wieder eine Reihe Gerichte für alle gemeinsam zaubern, die sogar Opa schmecken würden. Und bei denen man eben etwa hochwertiges Bio-Hähnchenfilet oder Käse für die restliche Familie dazu nimmt und für sich selbst eine vegane Proteinbeilage. Für mich war das meistens aus unserem Vega Lecker-Sortiment.

3. Welches Zubehör brauchst du als Veganer?

Ich will hier keine Werbeveranstaltung machen, aber sehr wichtig ist eine wirklich hochwertige Handreibe, etwa von Microplane, die sehr fein Ingwer, Muskatnuss, aber nach dem Veganuary auch Parmesan reibt. Sehr nützlich ist auch ein Hochleistungs-Pürierstab oder idealerweise ein Thermomix. Denn um genügend Eisen aufzunehmen, gehören Nüsse, Samen und Pseudogetreide wie Buchweizen oder Amaranth oder das peruanische Quinoa auf den Ernährungsplan. Vieles davon muss man mahlen, um sie vernünftig verarbeiten zu können.

4. Vegan leben: Wie sieht es mit den Nährstoffen aus?

Bei einem Monat veganer Kost muss man sich um seine Nährstoffe sicher nicht ganz so viele Gedanken machen als wenn man dauerhaft vegan leben möchte. Ich bin keine Ärztin; wer dauerhaft vegan leben möchte, sollte sich vorab genau informieren.  

Ich habe mittags fast immer etwas aus unserem Vega Lecker Sortiment zu den Mahlzeiten gegessen, denn damit war ich definitiv mit gesunden Proteinen und Fettsäuren sowie etlichen Vitaminen versorgt.

Viel schwieriger als die Frage nach Nährstoffen fand ich persönlich die Suche nach einem Genuss der einem Stück Käse gleichkommt, ohne gleich einen ganzen Chemiebaukasten zu essen. Ich liebe ein Käsebrot. Das kann mich auch schon mal mittags über den Tag retten. Aber auf ein Brot mit Käse-Ersatz und Margarine verzichte ich lieber.

Und wenn dann – wie in der Schulzeit – wenig Zeit ist, abends schon mal ein veganes Lunchpaket vorzubereiten, wird es frustrierend. Sonst bin ich nicht so anfällig für Zuckerbomben, aber während des Veganuary habe ich mangels leckerer Alternative in „Notsituationen“ wirklich zu veganem Süßkram gegriffen…

Deshalb meine unbedingte Empfehlung: Die Hauptmahlzeiten kriegt ihr hin, aber bereitet euch genussvolle Außerhaus-Mittagessen am Abend vorher zu. Sonst lauft ihr in die Zucker-Frust-Falle. Schaut, dass ihr euch etwa Nüsse kauft, die ihr gerne esst. Wer Zeit hat, macht sich abends einen Smoothie für den nächsten Tag, auch der hilft.  Leider nicht regional, aber mein Favorit für diese süßen Heißhungerattacken: selbst angesetzter Chiapudding mit Hafermilch, Kokosflocken und Ahornsirup.

5. Wie reagieren die Menschen auf den veganen Selbstversuch?

Was viel schwieriger als der Verzicht auf Käse gewesen war, war der „Druck“ aus dem sozialen Umfeld. Wenn du immer die Einzige am Tisch bist, die sich „anders“ ernährt, dann ergeht es dir wie dem rotweiß gestreiften Schaf „Fiete Anders“: Dann gehörst du nicht dazu. Und wer will schon nicht gern zu seiner Familie gehören?

vegane Ernährung im Alltag

Das andere ist das erweiterte soziale Umfeld. Vegane Ernährung ist politisch. Die einen fühlen sich latent angegriffen, weil sie sich dabei ertappt fühlen, noch „normal“ zu essen. Andere fühlen sich in ihrer Existenzgrundlage angegriffen. Natürlich ist und bleibt das Kerngeschäft unseres Unternehmens, Milch zu Käse zu verarbeiten. Das wird durch meinen persönlichen Selbstversuch auch nicht infrage gestellt. Wenn wir unsere Geschäftsmodelle erweitern und ich dafür als engagierte Unternehmerin auf eigene Erfahrungen setze, um die Zielgruppe besser zu verstehen, sollte das doch im Interesse aller sein…

6. Was waren deine Veganuary-Highlights?

Der Veganuary war der beste Januar, den ich seit langem hatte. Ich habe ganz nebenbei so viel gelernt wie lange nicht mehr. Auch wenn ich persönlich Kritik einstecken musste, war es schön zu sehen, wieviel positive Aufmerksamkeit unserer Marke darüber zu Teil wurde. Ein absolutes Highlight war für mich zu sehen, wieviel Spaß unsere Vega Lecker Botschafter und ihre Gäste mit ihren Leckerboxen hatten: Nach wie vor zu sehen auf den jeweiligen Kanälen unserer Botschafter auf Instagram.

Julia von @julispiration etwa, die ganz aus dem Häuschen über unsere Leckerbox war. Lena, @lena.hmg, die für ihre Familie mal komplett vegan gekocht hat. Oder Kristina von @ostfriesenkonfetti, die spontan eine Art „Promi-Dinner“ mit ihren Freundinnen aus ihrem veganen Abend gemacht hat.  Alle Botschafter findest du hier im Überblick, schau dir gern noch ihre Erlebnisse mit unserer Vega Lecker Box auf Instagram an.

Weiteres Highlight: Mein Insta-Live-Interview mit Dr. Katharina Weiss-Tuider, der Chefin von Veganuary Deutschland. Wer sich unser Gespräch noch mal anhören und anschauen mag, der findet es bei Instagram im Feed von Veganuary Deutschland.

Und das Interview mit @diepuppeisst, zu sehen auf ihrem Youtube-Kanal.

7. Wie geht es weiter mit meinem veganen Leben?

Ich werde jetzt wieder auf flexitarische Kost umsteigen, aber sicherlich zwei vegane Tage im Monat einlegen. @diepuppeisst hat mir verraten, dass sie jeden Montag basisch isst. Auch eine Idee: Der Veggie-Monday.

Ansonsten werden meine Erfahrungen auf jeden Fall in die Produktentwicklung für unsere Marke Vega Lecker einfließen. Außerdem werde ich künftig noch stärker den Fokus darauflegen, wie wir euch vegane Rezepte anbieten können, die ihr unkompliziert erweitern könnt. So dass alle beim gemeinsamen Essen auf ihren persönlichen Geschmack kommen, ohne dass sich in der Küche zig Töpfe und Pfannen stapeln. Ich denke, dass das immer mehr Mütter und Väter betrifft, deren Kinder eine vegane Phase haben oder auch dauerhaft vegan leben möchten. 

Ganz persönlich werde ich versuchen, mir auch in flexitarischen Zeiten den Faktor Zeit zu erhalten. Zeit für einen Spaziergang. Zeit, für eine gute Essensplanung.

Käsekorb

2023 bin ich gern wieder beim Veganuary dabei. Aber ich weiß jetzt auch, dass ein rein veganes Leben für mich nichts ist. Guter Käse gehört zu meinem Leben wie kaum ein anderes Lebensmittel dazu. Was sind deine Erfahrungen mit deinem veganen Leben? Ich freue mich auf eure Antworten per E-Mail, über Facebook oder auf Instagram.

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2 Kommentare zu „Wie lebe ich vegan? Ein Selbstversuch zum Veganuary 2022“

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Insa Rücker

Insa Rücker

Ich bin Insa Rücker, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Gemeinsam mit meinem Mann Klaus leite ich die Familienmolkerei Rücker.

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