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„Mit Landwirtschaft und mit Gastfreundschaft groß geworden“

Uda und Wilke Meyenburg mit einer Kuh in ihrem Laufstall in Ostermarsch

Kurz hinterm NordseeDeich, umgeben von endlos scheinenden Wiesenweiten, liegt der Hof der Familie Meyenburg in Ostermarsch. Dorthin kommen Gäste schon seit Jahrzehnten, um Ferien auf dem Bauernhof zu verbringen. Bei unseren Küstenbauern können sie entspannen. Sie können aber auch das Leben und Arbeiten mit ganz vielen Tieren auf dem Betrieb hautnah erleben.

Sonnenuntergang in der Ostermarsch

In den Riesenwiesenweiten der Ostermarsch bei Norden kann man ein Stückweit erleben, warum man sich von Ostfriesland augenzwinkernd erzählt, dass man schon montags sehen kann, wer donnerstags zu Besuch kommt. In Spuckweite zum Deich schlängelt sich die Straße zwischen endlos scheinenden Weiden und Äckern hindurch. An klaren Tagen geht der Blick kilometerweit, kann hier und da auf grasende Kühe und verstreut liegende Bauernhöfe treffen, schweift im Frühjahr über knallgelb blühende Rapsfelder. Eine frische Brise aus Nordwest weht das Rauschen der Wellen herüber, die butendieks branden, also direkt vor dem Deich..

In einem dieser so verstreuten Bauernhöfe, liegt, wenn man so will, eine der Wiegen der Ferien auf dem Bauernhof in Ostfriesland. Etwas abseits der Küstenstraße, umschmiegt von Bäumen und Hecken, leben und arbeiten Uda und Wilke Meyenburg auf dem Ferienhof Meyenburg. Auf diesem Gehöft bot Wilke Meyenburgs Mutter Grete schon ab 1968 Zimmer mit Frühstück an. „Ich selbst bin mit der Landwirtschaft, aber auch mit der Gastfreundschaft groß geworden “, sagt der 59-Jährige.

140 Milchkühe leben auf dem Hof

Uda Meyenburg liebkost ein Kälbchen

Beides ist ihm und seiner Frau Uda seit etwa drei Jahrzehnten selbst Herzensangelegenheit: Die Eltern von drei Kindern sind im besten Wortsinn Küstenbauern. Rund 140 Kühe halten die Meyenburgs auf ihrem Hof. Deren Milch wird seit 2007 täglich an unsere Familienmolkerei Rücker in Aurich geliefert. Zugleich baut die Familie, die mit dem Einstieg von Sohn Tim den Hof in inzwischen fünfter Generation führt, Getreide an: Weizen, Gerste, Raps, Mais. Insgesamt bewirtschaften die Meyenburgs fast 200 Hektar Fläche im Deichhinterland. Etwa 65 Hektar davon gehören inzwischen der Familie selbst. „Als Familie zusammen zu sein, gemeinsam arbeiten, Mahlzeiten einnehmen, selbstständig sein können: Das ist für uns schön und wichtig“, sagt Uda Meyenburg.

"Alle dürfen sich hier frei bewegen"


Über Milchkühe hinaus leben auf dem Familienbetrieb zahlreiche weitere Tiere. Kälber wachsen heran. Hühner flattern umher. Sie gackern, picken und sehen Wilke Meyenburg zu, wie der den Tieren frisches Futter bringt. Hähne gockeln. Ziegen  kuscheln sich im Winter in Stroh in der Scheune und mampfen Heu. Im Sommer  springen sie draußen meckernd in einem Auslauf umher. Meerschweinchen und Kaninchen mümmeln vergnügt. Und auch Hunde haben hier ihr Zuhause.

Mit all diesen Tieren können Gäste in Berührung kommen, die Ferien auf dem Bauernhof bei Meyenburgs buchen. Und sie können zugleich erleben, wie frische Lebensmittel entstehen. „Gerade Kinder lieben es, wenn sie mithelfen dürfen, die Kälber und Ziegen und Kaninchen zu füttern oder zu den Hühnern zu gehen und frische Eier zu holen“, sagt Uda Meyenburg. Vier Ferienwohnungen gibt es im Hof der Meyenburgs, seit die vor gut 20 Jahren das vorherige Hofgebäude abreißen und durch einen Neubau ersetzen ließen. 

„Alle dürfen sich hier frei bewegen, können miterleben, wie heute auf einem Hof gearbeitet wird.“ Und sie sagt: „Mir ist das wirklich Herzensangelegenheit. Der herzliche Kontakt mit den Gästen, von denen viele zu Stammgästen und einige wirklich auch zu engen, persönlichen Freunden geworden sind. Aber auch, denen, die zu uns kommen, das Leben und Arbeiten auf dem Hof zu zeigen ¬– wenn sie es sehen und erleben möchten.“ 

Ferienkind ist heute von Landwirtschaft begeistert

In einem Fall hat das so gut geklappt, dass ein junger Mann aus dem Ruhrgebiet sogar seine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft sieht. „Der Junge, Noah, kommt aus Essen, ist mit seiner Familie immer wieder im Urlaub zu uns auf den Hof gekommen, seit er drei Jahre alt war. Schon damals war er total fasziniert von den Tieren und vom Hof“, sagt Uda Meyenburg. Jetzt macht er im kommenden Jahr Abitur. Er war kürzlich aber sogar für drei Wochen für ein Praktikum auf dem Hof.

Noah kümmert sich um die Tiere, hat ein gutes Auge für deren Wohlergehen, fährt den Hoflader“, fügt sie an und ergänzt: „Wenn er heute zu uns kommt, zieht er sich sofort um und geht als erstes in den Stall. Und während von seinen Brüdern einer Lehrer wird und der andere BWL studiert, ist für ihn klar: Er möchte etwas in der Landwirtschaft machen.“ Das sei schön mitzuerleben. 

„Solch ein Fall ist sicher die Ausnahme, aber es ist ein schönes Beispiel dafür, wie wir als Bauern im Umgang mit Gästen auch selbst Öffentlichkeitsarbeit machen und aufklären können. Mit romantisierten Klischees aufräumen, aber auch mit Vorurteilen. Auch das ist uns Herzensangelegenheit“, sagt Uda Meyenburg. „Früher, als meine Schwiegermutter angefangen hat, ist es immer wieder belächelt worden. Damals hat es zu Augenrollen geführt, dass da fremde Leute auf dem Hof waren. Das hat sich längst gewandelt. Es ist doch für alle Beteiligten etwas Schönes und Gutes.“

Ein Huhn stakst über den Ferienhof Meyenburg

„Immer wieder Aha-Effekte"

Dieser Aspekt an Ferien auf dem Bauernhof ist auch einer, der Manfred Tannen am Herzen liegt. Er ist Präsident des ostfriesischen Landvolks sowie Vizepräsident der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer, führt knapp 30 Kilometer östlich des Ferienhofs Meyenburg in Westbense den „Bauernhof am Deich“. Dort beherbergt seine Familie  ebenfalls Gäste, und er sagt: „Es gibt nichts Besseres für die Landwirtschaft, als wenn die Bauern ihre Höfe öffnen. Und wenn sie Gästen vor Ort zeigen können, wie auf den Betrieben gearbeitet und wie mit den Tieren umgegangen wird.“

Dazu zähle auch zu zeigen, was es braucht, dass eine Familie auch von ihrer Landwirtschaft leben kann – und wie viel Arbeit, Wasser und Futter nötig sind, um Tiere gut zu versorgen. Wir haben da immer wieder Aha-Effekte, auch weil es insbesondere bei Gästen aus den Städten und Ballungszentren einen großen Widerspruch gibt zwischen romantischen Bilderbuch-Vorstellungen und der Praxis, einen modernen Hof führen zu müssen. Beim Thema Tierwohl kann man ebenfalls viel erklären, zeigen und gerade rücken.“ 

Loslassen und entspannen, während die Kinder auf dem Hof toben

All das tun auch die Meyenburgs gern – wenn Gäste Interesse daran haben. „In erster Linie sollen sie sich bei uns wohlfühlen.“ Auf dem Hofgelände gibt es dafür eine große Spielwiese mit Schaukeln, einer Rutsche, einem Spielhäuschen, einem Trampolin, einer Fußball-Wiese.

Und es gibt einen ganzen Haufen Go-Karts, mit denen Kinder und Jugendliche gern über den Hof kurbeln. „Die sind den ganzen Tag im Einsatz, locker 4000 Kilometer im Jahr unterwegs und so stark beansprucht, dass ich jedes Jahr die Reifen wechseln muss“, sagt Wilke Meyenburg und lacht. Seine Frau Uda sagt: „Für Eltern ist es hier schön, weil die Kinder, wenn sie schon etwas selbstständiger sind, hier abseits der Straße selbst spielen und erkunden können, während sie selbst loslassen und entspannen können.“ 

Kettcars auf dem Ferienhof Meyenburg

Zahlreiche Ausflugsziele an der Küste und im Hinterland

Eine Schaukel auf dem Hof Meyenburg

Nun bleibt man bei Ferien auf dem Bauernhof ja nicht unbedingt nur auf dem Betrieb, hat auch Lust die Umgebung zu erkunden: Wer von den Gästen mag, ist gern mit dem Rad unterwegs. Die Seehundstation und der Badestrand in Norddeich liegen nahe, der wilde Naturstrand von Hilgenriedersiel ist auch um die Ecke.

Sogar fußläufig erreichbar sind das Waloseum, ein Museum, das unter anderem ein riesiges Pottwal-Skelett zeigt, und das Automobil-und-Spielzeug-Museum liegen beide sogar in Sichtweite zum Hof. Das herrschaftliche Schloss Lütetsburg mit seinem großen Park ist ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt. „Hier direkt an der Küste kann man so viel machen“; sagt Uda Meyenburg.

Auch Aurich ist nicht weit, wo Meyenburgs Gäste an Schietwettertagen gern die idyllische Innenstadt, den Kletterwald und das Energie-Erlebnis-Zentrum erkunden. Wer mag, schaut im Das Käsehaus der Molkerei Rücker vorbei, genießt ein Eis im friesischen Bauerngarten oder lässt seine Kinder im Spielzimmer „Kinnerstuuv“ unter dem Dach toben und nimmt vielleicht tagesfrisch produzierte Butter und Sahne, vielleicht auch einige unserer Käsespezialitäten mit (Öffnungszeiten bitte beachten!). 


„Abends trifft man sich vielleicht draußen auf ein Kaltgetränk“

All diese und weitere Dinge können die Gäste erkunden, während auf dem Hof fleißig gearbeitet wird. „Über Tag geht dann jeder seiner Wege. Unsere Gäste sind vielleicht unterwegs oder lassen es sich auf dem Hof entspannt gut gehen. Wir kümmern uns um den Betrieb“, sagt Wilke Meyenburg. Und seine Frau Uda ergänzt: „Abends trifft man sich dann vielleicht draußen auf ein Kaltgetränk.“

Vielleicht geht es dann in Gesprächen auch um moderne Landwirtschaft, vielleicht auch um Privates. Weil viele der Gäste längst zu engen Freunden geworden sind, gehören auch sie längst zur erweiterten Familie – auf dem Familienbetrieb der Meyenburgs.

Ferienhof Meyenburg

Habt Ihr schonmal Ferien auf dem Bauernhof gemacht? Wenn ja, wie war’s? Oder habt Ihr ebenfalls einen Hof mit Ferienunterkünften? Wie sind Eure Erfahrungen? Ich freu mich auf deine Antworten! Per E-Mail, über Facebook oder auf Instagram.

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2 Kommentare zu „„Mit Landwirtschaft und mit Gastfreundschaft groß geworden““

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Insa Rücker

Insa Rücker

Ich bin Insa Rücker, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Gemeinsam mit meinem Mann Klaus leite ich die Familienmolkerei Rücker.

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