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Die schönste Zeit auf dem Land? Die Erntezeit!

In gutem Käse stecken gute Rohstoffe. In guten Rohstoffen steckt viel Arbeit. Für Landwirte und ihre Familien bedeutet die Erntezeit harte Arbeit. Zugleich bedeuten die Erntemonate prägende Erlebnisse – und ein Bewusstsein für die Qualität von Rohstoffen. Rücker-Mitarbeiterin Wiebke Lüken erinnert sich an ihre Kindheit auf dem Bauernhof.
Heuballen

Die Erntezeit ist in der Landwirtschaft eine sehr harte und stressige, aber auch sehr schöne Zeit. Die Bauern und ihre Familien ernten, was über lange Zeit und mit viel Pflege heranwuchs. Für die Landwirte ist die Erntezeit die wichtigste Phase des Betriebs – für ihre Kinder ist es die mit Abstand Spannendste.

Wer könnte besser schreiben über die Ernte schreiben als jemand aus der Landwirtschaft selbst? Deshalb bloggt heute Wiebke Lüken für euch. Sie ist 33 Jahre alt, seit 2013 bei RÜCKER und seit drei Jahren Leiterin der Marketing-Abteilung. Und hier ihr Bericht: 

Zusammen mit einer Schwester und einem Brüdern als Mittlere von drei Kindern bin ich auf einem Bauernhof in Oldersbek, ein kleines Dorf in Nordfriesland aufgewachsen. Mit 80 Milchkühen haben mich der Rohstoff Milch und der Arbeitsalltag in der Landwirtschaft mein gesamtes Leben begleitet. Die Erntewochen zwischen Mai und Oktober bedeuten extrem viel Arbeit für die ganze Familie. Jeder packt so gut er kann mit an, denn die Erntezeit ist ausschlaggebend für die Qualität des Kernproduktes Milch. Und damit ausschlaggebend für den Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Küstenbauernmilch

Gutes Futter bedeutet gute Milch

Ich erinnere mich gut daran wie mein Vater mit uns Kindern über die Felder gegangen ist, um die Fruchtreife des Mais und die Mähreife der Gräser zu begutachten. Gräser beurteilte er nach der Sattheit ihres Grüns: Je grüner das Gras, desto höher der Stärkegehalt – der Energielieferant für unsere Kühe. Doch wir Kinder fanden vor allem die Maisfelder toll. Zwischen den Reihen der gut zwei Meter hohen Pflanzen ließ sich schließlich wunderbar Verstecken spielen. Um die Reife der Maiskolben festzustellen, ließ uns unser Vater einzelne Kolben aus ihren Blättern schälen. Die gelben Maiskörner stachen wir mit dem Daumennagel ein. „Je fester das Korn“, sagte Vater, „desto reifer die Frucht.“

Waren die Felder bereit für die Ernte, brach auf dem Hof Hektik aus. Alle Familienmitglieder halfen bei den Vorbereitungen. Und drückten die Daumen für gutes Wetter, denn „Regen schwämmt die Nährstoffe der geernteten Pflanzen aus“, erklärte mein Vater. Besonders trubelig ging es bei den Essenszeiten zu. Vier Generationen der Familie, insgesamt neun waren wir, plus vier bis sechs Erntehelfer saßen bei Gulasch oder Frikadellen am langen Küchentisch. Trotz der harten Arbeit war die Stimmung immer sehr ausgelassen. Und die Arbeit schweißte zusammen. Im Rückblick kommt es mir so vor als ob ich mich nie so eng mit meiner Familie verbunden gefühlt habe wie während der harten Erntewochen.

Das Gefühl von Heimat

Weil ich selbst von einem Bauernhof komme, ist mir bewusst wie viel Zeit und Mühe in der Herstellung von Milch stecken. Und ich weiß auch wie viel Freude diese Arbeit macht. Dass Rücker den Rohstoff für die Käsespezialitäten ausschließlich von Bauernhöfen aus der norddeutschen Küstenregion bezieht, bedeutet für mich eine direkte Verbindung zu meinen Wurzeln. Es gibt mir sogar ein Gefühl von Heimat.

Siegel-Küstenbauernmilch
Heuernte

 

Eine meiner schönsten Erinnerungen an die Erntezeit ist die Heuernte. Wenn ich heute frisch gemähtes Gras rieche, geht sofort mein Kopfkino an und ich renne als 9-Jährige mit meinen Geschwistern über die gerade gemähten Wiesen. Oft haben wir unserem Vater mittags Butterbrote mit Käse und Schinken zum Feld gebracht und gemeinsam mit ihm gegessen.

 

Mehrmals am Tag gewendet, trocknet das Gras in der Sommersonne, dann wird es zu Ballen gepresst. Das Einbringen der Ballen war schwere Arbeit. Mit langen Heugabeln spießten die Männer die Ballen auf und warfen sie auf den Trecker-Anhänger. Auf dem Hof luden sie das Heu genauso wieder ab, wir Kinder halfen ihnen dabei die Ballen auf den Heuboden zu stapeln. Abends war ich von Kopf bis Fuß braun und staubig, meine Mutter bekam mich manchmal kaum aus der Dusche.

Das Korn fürs Brot

Wenn die Weizen- und Haferähren Farbe von Grün in Goldgelb wechselt, steht die Getreideernte an. Kurz vor der Ernte probierte unser Vater mit uns Kindern die einzelnen Körner. Beim Zerquetschen des Korns entdeckten wir im braunen Korn den weißen Kern. So erklärte Vater uns worin der Unterschied zwischen hellem Mehl und Vollkornprodukten liegt. Wie wenig helles Mehl in einem Korn steckt und wie viele Körner für ein helles Brötchen benötigt werden, das hat uns Kinder sehr beschäftigt.

In der Landwirtschaft groß zu werden, das weiß ich heute als Erwachsene sehr zu schätzen. Denn ich wusste schon früh wie immens wichtig die Qualität der Rohstoffe für die Qualität von Lebensmitteln ist. Und ich wusste aus eigener Erfahrung wie viel Arbeit im Erzeugen guter Rohstoffe steckt. Mit diesem Wissen schmeckt mir eine ordentliche Scheibe Brot mit frischer Butter und herzhaftem Käse genauso gut wie damals in der Mittagspause auf dem Feld mit Vater und meinen Geschwistern.

Erntezeit im Norden

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Insa Rücker

Insa Rücker

Ich bin Insa Rücker, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Gemeinsam mit meinem Mann Klaus leite ich die Familienmolkerei Rücker.

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